Das neue Museumsquartier St. Annen

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Das Lübecker St. Annen-Museum und die Kunsthalle St. Annen verschmolzen nach mehrjährigen Umbauarbeiten im 20. Januar 2013 zum neuen Museumsquartier St. Annen. Dieses neue Quartier im Aegidien-Viertel Lübecks liegt auf der Altstadtinsel, einer beliebten Wohn- und Arbeitsgegend mit vielen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten.

Die Besucher erleben im neuen Museumsquartier St. Annen auf vielfältige Art und Weise die Geschichte Lübecks vom Mittelalter bis in die Gegenwart in einer ganzen Reihe von Ausstellungen. Es ist eine ganz besondere Geschichte, weil Lübeck bis ins 16. Jahrhundert hinein eine Metropole von europäischem Rang war und herausragende Kunstwerke noch heute davon zeugen. Auf fast 9.000 Quadratmetern Fläche, davon ungefähr 4.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, und über 2.000 Quadratmeter Höfe, Gärten und Gänge, lassen sich drei Grundformen des menschlichen Miteinanders nicht nur aus der Geschichte dieses Ortes ableiten, sondern auch heute noch in den einzelnen Ausstellungen des Quartiers erleben.

 

 

> Glaube: 

In der historischen Klosterarchitektur von 1515 wird die mittelalterliche Kunstsammlung in gotischen Gewölben gezeigt. Als herausragendes Merkmal des Museums gilt die Einheit von sakralem Raum und sakraler Kunst, die in dieser Dichte und Qualität in Deutschland einmalig ist. Spektakuläre Neuerwerbungen aus dem frühen 16. Jahrhundert runde diese Sammlung ab.

 

> Bürgerliche Gesellschaft: 

Lübecks Kulturgeschichte seit dem späten Mittelalter wird in einer vollständig neugestalteten Dauerausstellung dargeboten. Hier wird der Kern der Lübecker Museumssammlungen gezeigt, der dem Besucher von heute das Einmalige der Geschichte Lübecks höchst anschaulich nahebringt. Die Präsentation ermöglicht einen Blick in das Innere des Weltkulturerbes der Hansestadt Lübeck. Alle Exponate des St. Annen Museums sind von Lübecker Bürgern gestiftet, gekauft oder gesammelt worden. Dabei findet sich das gesamte soziale Spektrum vom einfachen Handwerker bis zum mächtigen Bürgermeister wieder. Der Rundgang durch die Ausstellung im Obergeschoss und durch die Mittelaltersammlung wird von einem Audioguide begleitet, der auf informative und unterhaltsame Art die Exponate, deren Geschichte und Nutzung sowie die handelnden Menschen miteinander verknüpft.

 

> Moderne Kunst

Wechselnde Ausstellungen in der Kunsthalle St. Annen präsentieren Positionen der Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Mit der eigenen Kunstsammlung und durch Sonderausstellungen wird immer wieder der Bezug zwischen Alt und Neu, Tradition und

Gegenwart im Museumsquartier gesucht und spannungsvoll in Szene gesetzt. Neben den drei ständigen Ausstellungen zur Sakralkunst des Mittelalters, den Bürgerlichen Lebenswelten und zur Modernen Kunst, bietet das Quartier seit dem 20. Januar 2013 noch folgende neue Bereiche::

 

> Multimedia: 

Am Ende des Rundganges im 1. Obergeschoss können die Besucher in einer Zeitreise zentrale Themen des Museumsquartiers auf eine interaktive und multimediale Art und Weise erleben. Auf einer Zeitleiste, die vom Ausgang des Mittelalters bis in die Gegenwart reicht, können sie ausgewählte Themen der Sammlung in Bild, Ton und Text erfahren. Ebenso gibt es die Möglichkeit, Spezialthemen an Computerterminals zu recherchieren. Schließlich kann der Besucher das herausragende Exponat der Mittelaltersammlung – den Greveradenaltar von Hans Memling – mit zeitgenössischen Visualisierungstechniken in allen Einzelheiten völlig neu betrachten und Hintergründiges in bislang noch nicht bekanntem Detailreichtum erfahren.

 

> Kindermuseum:

In einem fast 200 Quadratmeter großen Bereich bietet das Museumsquartier St. Annen eine spezielle Ausstellung für Kinder, die für Norddeutschland einmalig ist. Hier werden nicht nur die reichhaltige und hochwertige Spielzeugsammlung der Lübecker Museen präsentiert, sondern zentrale Themen des Museumsquartiers auch kindgerecht aufbereitet.  

 

> Sonderausstellungen: 

Neue Sonderausstellungsräume von fast 300 Quadratmetern runden das Erlebnis im Museumsquartier St. Annen ab und sorgen dafür, dass immer wieder thematisch wechselnde Ausstellungen zu sehen und zu erleben sind. Im Sommer 2013 wird die Jahresschau der Kunsthandwerker aus Schleswig Holstein ausgestellt, in der Vorweihnachtszeit bis 2. Februar 2014 dann eine von der Völkerkundesammlung der Lübecker Museen konzipierte Schau über Weihnachten in aller Welt.

 

Die Geschichte des Quartiers:

1515 wurde das St. Annen Kloster von reichen Bürgern Lübecks erbaut. Es diente dazu, unverheiratete Töchter unterzubringen. Kaum erbaut, machte wenige Jahre später die auch in Lübeck mit Johannes Bugenhagen (1485-1558) dominierende Reformation diese Pläne zunichte. Das Kloster fand eine zweite, nicht sakrale sondern profane Nutzung: Es wurde 1601 Armen- und Waisenhaus, nahm also einen zentralen Platz in der Sozialfürsorge der Stadt ein. 1915, vierhundert Jahre nach der Gründung, folgte die dritte und bis heute andauernde Nutzung: Das Kloster wurde zum Museum, es wurde der Ort, an dem der damals noch eigenständige Stadtstaat Lübeck seine gesammelten Schätze vom Mittelalter an präsentiert – ein Ort der Kunst. Im Jahr 2003 konnte mit Hilfe der Lübecker Possehl-Stiftung eine moderne Kunsthalle auf den Grundmauern der 1843 niedergebrannten Klosterkirche eröffnet werden. Damit erhielt auch die Kunst nach 1945 hier ihren Platz. Ab 2013 verbinden und erweitern sich die museal, pädagogisch und gastronomisch genutzten Bereiche zu einer neuen Stätte für Kunst, Glaube und Gesellschaft, dem neuen Museumsquartier St. Annen.

 

 

> ENGLISH VERSION

 

Lübeck's Treasure Trove:  The New St. Anne's Museum Quarter

 

After several years of restructuring works and five months of closing, Lübeck's art locations St. Anne's Museum and the art hall Kunsthalle St. Anna are merging to become the new St. Anne's Museum Quarter. The new quarter, which will open coming January in the district St. Aegidien-Viertel, is located on Lübeck's Old Town Island, a popular area for living and working, with many historic sites and attractions.

 

As of January 20, 2013, there will be several exhibitions in the new St. Anne's Museum Quarter. Visitors will be able to experience Lübeck's history from the Middle Ages to the present times in various new and different ways. Lübeck is a special city with a special history and many outstanding works of art still bear witness of Lübeck's past as a metropolis of European standing until well into the 16th century.  Extending over an area of almost 9,000 square meters are about 4,000 square meters of exhibition space and more than 2,000 square meters of Lübeck's famous courtyards, gardens, and walkways: three basic forms of social interaction are not only reflected in the history of this location, but also brought to life in the individual exhibitions.

 

> Religious faith:

The monastery buildings of 1515 form the authentic setting for the collection of medieval art. Both in terms of density and quality, such a unity of sacred space and sacred art is unique in Germany and it is therefore a prominent feature of the museum. Important parts of the exhibition have been redesigned.

 

> Middle-class society:

The permanent exhibition on Lübeck's cultural history since the late Middle Ages is presented in an entirely new structure. Here, the core of the collections from the museums in the city vividly conveys the uniqueness of Lübeck's history to today's visitors. The presentation provides an insight into the world cultural heritage in the Hanseatic City of Lübeck. All exhibits in the St. Anne's Museum have been donated, purchased, or collected by Lübeck citizens. All social classes are represented, from the common people and artisans to the powerful mayor. An audio guide takes the visitor on a tour of the exhibition on the upper floor and through the medieval collection, providing informative and entertaining facts about the exhibits, their history and usage, and the people connected to them.

 

> Modern and contemporary art: 

The Kunsthalle St. Anna presents positions and movements in 20th and 21st century art in temporary exhibitions. Drawing on its own art collection and in special exhibitions, the Kunsthalle inspects the relations between old and new, between tradition and the present in the museum quarter and displays them in new and intriguing ways.

Besides the three permanent exhibitions on sacred art of the Middle Ages, middle-class lifestyles, and modern art, the museum quarter will open on January 20 with new features added:

 

> Multimedia:

At the end of the tour on the first floor, the visitors can take an interactive multimedia trip to central areas and topics of the museum quarter through the new time tunnel. A time line reaching from the late Middle Ages into the present provides pictures, sound and texts, inviting the guests to experience selected topics from the collection. There are also computer terminals available for research on special topics. Last but not least, it is possible to view one of the outstanding exhibits of the medieval collection, the altar of the Passion by Hans Memling (donated by the Greverade family), using contemporary visualization technology. A wealth of details and interesting background information affords the visitor with completely new insights.

 

> Children's museum:

As yet unparalleled in Northern Germany, almost 200 square meters of St. Anne's Museum Quarter are dedicated to an exhibition specifically for children.  Not only the comprehensive and high-quality toy collection of the Lübecker Museen, but also the specific presentation of the museum quarter's central topics will inspire children's interest and curiosity. With the museum pedagogical facilities located so conveniently close, parents and children now have new opportunities of enjoying a relaxed visit at the museum.

 

> Catering:

A new café in the first courtyard of the monastery will cater exclusively to visitors of the museum. From May to September, starting in 2013, they will be welcome in this oasis of peace and recreation.

 

> Special exhibitions:

An additional 300 square meters provides the St. Anne's Museum Quarter with ample space for special exhibitions, allowing the interested public to see and explore even more alternating exhibitions and new topics.  The past years of restructuring the entire complex are documented in a presentation that will be shown at the reopening ceremony. The artisans' association Kunsthandwerker aus Schleswig-Holstein will hold their annual show at St. Anne's Museum Quarter in the summer of 2013. For the Christmas season, St. Anne's and the ethnological collection of the Lübecker Museen are organizing a joint exhibition about Christmas traditions from all over the world.

 

History of the quarter: From monastery to museum

St. Anne's Priory was built in 1515 by the wealthy citizens of Lübeck. It was intended as an appropriate residence for their unmarried daughters. Only a few years after the monastery was built, the Reformation, supported in Lübeck by Johannes Bugenhagen (1485 to 1558), thwarted these plans. The building was then used for a secular purpose: In 1601, it became a poor house and orphanage and thus a central location for welfare services in the city. The next and, up to today, last conversion took place in 1915, four hundred years after the founding: The monastery became a museum. It became the place where the then independent city-state Lübeck presented the treasures it had collected since the Middle Ages: it became a place for art. With the support of the Lübeck Possehl Foundation, it was possible to build a modern art hall on the ruins of the former monastery church, which had burnt down in 1843. The Kunsthalle St. Anna was opened in 2003, once again making room for art after 1945.

In 2013 the areas for exhibiting, learning, and catering are joined and extended to form a new location for art, religion, and society: the new St. Anne's Museum Quarter.

 

Lübeck 1500
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Adresse
St. Annen-Straße 15
23552 Lübeck
Telefon 0451 - 122 41 37 (Kasse)
Telefax 0451 - 122 41 83
Öffnungszeiten
Di | 13.5. 2014 | Ab 13:30 Uhr GESCHLOSSEN!
01.01.-31.03. | Di-So | 11-17 Uhr
01.04.-31.12. | Di-So | 10-17 Uhr
Eintrittspreise
Erwachsene / Ermäßigte / Kinder:
10 / 8 / 4 €
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