(Un)Freiheiten der Kunst
Donnerstag, 19. März 2026 | 18–20 Uhr
Kunsthalle St. Annen
Sprecher:innen:
Noura Dirani (Direktorin Kunsthalle St. Annen)
Prof. Dr. Oliver Scheytt (Professor für Kulturpolitik und kulturelle Infrastruktur, Hochschule für Musik und Theater Hamburg)
Nasan Tur (Bildender Künstler, Professor für Bildende Kunst, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig)
Moderation:
Elke Buhr (Chefredakteurin Monopol)
Begleitend zur Ausstellung „Shilpa Gupta. we last met in the mirror“ findet der diesjährige St. Annen Talk unter dem Titel „(Un)Freiheiten der Kunst“ statt. Die in Mumbai lebende Künstlerin setzt sich in ihren künstlerischen Arbeiten mit politischen Grenzziehungen, autoritären Strukturen, staatlicher Kontrolle, freier Meinungsäußerung und den Bedingungen künstlerischer Freiheit auseinander. Die Frage nach der Kunstfreiheit hat in der jungen Vergangenheit wieder deutlich an Aktualität gewonnen und ist zunehmend in den Mittelpunkt öffentlicher Diskurse gerückt. Ihre Verankerung im Grundgesetz ist eine Reaktion auf den kulturpolitischen Missbrauch in der deutschen Geschichte, insbesondere auf die Verfolgung von vom NS-Regime als „entartet“ diffamierten Künstler:innen.
Zunehmende künstlerische Zensur in Europa und den USA sowie aktuelle Diskussionen um Ausstellungen oder politische Positionierungen von Künstler:innen in Deutschland zeigen, dass Konflikte oft aus institutionellen Entscheidungsprozessen, Förderlogiken, Protestdynamiken oder reputativen Risiken hervorgehen. In der Forschung wird in diesem Kontext von sogenannten „chilling effects“ gesprochen, also von Situationen, in denen öffentlicher Druck oder politische Konflikte zu vorauseilender Selbstbegrenzung führen können. Vor diesem Hintergrund gewinnt der öffentliche Austausch über Kunstfreiheit derzeit neue Bedeutung.
Der St. Annen Talk „(Un)Freiheiten der Kunst“ bringt Vertreter:innen aus Kunst, Kulturpolitik und Institutionenpraxis zusammen, um zentrale Dimensionen der Kunstfreiheit im gegenwärtigen gesellschaftlichen Kontext zu reflektieren.
Eintritt: 12 / 10 EUR